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Verein IGA
Internationales Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum
Ansprechpartner:
Geschäftsführer
Kommerzialrat
DI Hans Partl
Afling 12
6175 Kematen
Mobil:+43(0)650-5071942
Fax: +43(0)5232-2297
Email
Kontoverbindung
Kontowortlaut: Internationales Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum (IGA)
Kontonummer: 650.333
Kontoführendes Kreditinstitut: Raiffeisen-Landesbank Tirol AG
Bankleitzahl: 36000
IBAN: AT553600000000650333
BIC: RZTIAT22
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1998: "Die Subsidiarität im Genossenschaftswesen"
GEGENSEITIGKEIT UND SOLIDARITÄT - ERGÄNZUNG ODER WIDERSPRUCH?
RA Dr. Heiner Nicolussi-Leck, Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenkasse Bruneck
AUTORITÄT-SUBSIDIARITÄT-SOLIDARITÄT, Gedanken eines Seelsorgers
Dr. Reinhold Stecher, Bischof von Innsbruck
SUBSIDIARITÄT: MEHR VERPFLICHTUNG ALS RECHT?
Prof. Dr. Willibald Folz, Bayerischer Genossenschaftsverband
Bereits zum dritten Mal fand am 11. November 1998 die Genossenschaftstagung des Internationalen Instituts für Genossenschaftsforschung im Alpenraum (IGA) statt und befaßte sich mit dem Generalthema "Die Subsidiarität im Genossenschaftswesen". Diese Themenstellung wurde nicht zuletzt deshalb gewählt, weil in Zeiten, in denen durch überzogene Globalisierungstendenzen der Mensch mit seinen Werten immer mehr Gefahr läuft, auf der Strecke zu bleiben, die Frage im Raum stehen bleibt, in welcher Art und Weise diesen Strömungen entgegengewirkt werden kann. So wurde gerade in letzter Zeit auch auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene der Ruf nach Subsidiarität und Regionalverankerung immer lauter und hat dazu geführt, daß auch die Europäische Union das Subsidiaritätsprinzip nicht nur in den Maastrichter Verträgen als Grundsatz aufgenommen hat, sondern sich verstärkt mit dieser Themenstellung auseinandersetzt, wie beispielsweise in der Regierungskonferenz 1996. Haben Genossenschaften in diesem Umfeld eine Chance oder vielleicht sogar auf Grund der ihnen innewohnenden Wesensmerkmale die Verpflichtung, allzu starken kapitalistischen Strömungen entgegenzusteuern, ohne dabei ihre Markt- und Wirtschaftskompetenz zu gefährden?
RA Dr. Heiner Nicolussi-Leck hat sich in seinem Referat "Gegenseitigkeit und Solidarität - Ergänzung oder Widerspruch?" aus der Südtiroler Sicht mit dieser Frage befaßt und kommt dabei zu dem für manchen vielleicht überraschenden Schluß, daß sich die beiden Begriffe "Solidarität" und "Subsidiarität" weder ergänzen, noch im Widerspruch zueinander stehen, sondern vielmehr verschiedene Ebenen, nämlich die rechtliche Verpflichtung einerseits und die ethische Forderung andererseits betreffen. Prof. Dr. Willibald Folz hat in seinem Referat "Subsidiarität: Mehr Verpflichtung als Recht?" die Wechselwirkung von Pflichten und Rechten insbesondere in der verbundmäßigen Zusammenarbeit von Genossenschaften ausgeleuchtet und dabei auch den Wettbewerb innerhalb eines bestehenden Verbundes angesprochen. Abgerundet wurde das Tagungsthema aus einer für manchen zunächst vielleicht ungewohnten Sicht, nämlich aus der Sicht eines Seelsorgers, durch das Referat von Bischof Dr. Reinhold Stecher, der in seinem Referat "Autorität - Subsidiarität - Solidarität" sehr klar aufzeigte, daß auch oder gerade die Wirtschaft nur dann zu einer menschenwürdigen Gemeinschaft die Basis legen kann, wenn sie in echter Autorität, offener Subsidiarität und weltweiter Solidarität an ihre Aufgabenerfüllung herangeht. Der Bischof hat damit bei allen Tagungsteilnehmer nicht nur einen prägenden Eindruck hinterlassen, sondern jedem auch Impulse zum Nachdenken mitgegeben.
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